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Brauchtum in Udler

Brauchtum wird in Udler durch viel Engagement hochgehalten!!!


Der Strohmann an Fastnacht

Wo man in anderen Orten den Brauch des Burgbrennens kennt geht an Veilchendienstag in Udler der Strohmann von Haus zu Haus und „treibt den Winter“ aus. Meist ist es ein Junge aus den letzten Schuljahren, der in Udler zu Beginn der Fastenzeit als Strohmann erkoren wird. Er wird gänzlich mit Stroh umwickelt und eingebunden, sein Gesicht bedeckt eine furchterregende Maske, so dass er von den Dorfbewohnern nicht zu erkennen ist. Drei bis vier andere Jungen begleiten den Strohmann, den sie gefesselt an einem Strick führen, damit der Unhold nur ja nicht entfliehen und dem Dorf schaden kann. Sie tragen alte Anzüge und haben ebenfalls Masken auf, damit sie nicht zu erkennen sind. Sie ziehen nun von Haus zu Haus, klingeln an den Türen und begrüßen dann die Bewohner mit dem Lied "Lustig ist das Zigeunerleben".
Froh und dankbar, dass der Winter gefangen wurde und nun aus dem Dorf getrieben wird, spendieren die Hausbewohner den Jungen Eier und Geld in einem Weidenkorb. Nach dem Rundgang durchs Dorf, wo sich alle Einwohner überzeugen konnten, dass die Karnevalszeit und der Winter zu Ende sind, haben die Burchen ihr Werk vollbracht und der Frühling kann kommen.

Die Klapperkinder an Ostern

Ein schon sehr alter Brauch in Udler ist das Klappern an den drei Tagen vor Ostern. In dieser Zeit wird das Läuten der Glocken durch das Klappern der Kinder ersetzt. Von Gründonnerstag bis Karsamstag gehen die Kinder dreimal am Tag mit ihren Klappern durchs Dorf.
Am Ostersonntag gehen die Ältesten Jungen mit einem Korb von Haus zu Haus und sammeln Eier, welche später unter den Klapperjungen verteilt werden.


Dabei sagen sie an jedem Haus folgenden Spruch auf:

Wir haben geklappert fürs heilige Grab,
drum bitten wir um eine milde Gab.

Maibaum aufstellen der Jungesellen

Am Abend des 30. April eines jeden Jahres wird der Maibaum in Udler aufgestellt. Nach alter Tradition übernehmen dies bis heute die Junggesellen des Dorfes. In der Regel ist es ein Nadelbaum an dem die Rinde abgeschält ist. An der Spitze des Maibaumes wird eine kleine Tanne angebracht, die mit Krepp-Papier geschmückt wird. In der darauffolgenden Nacht, auch Hexennacht genannt, muss der Maibaum bewacht werden, damit Junggesellen aus den Nachbardörfern diesen nicht abschneiden. Und zur späten Stunde, ziehen die Burschen durchs Dorf und treiben allerlei Streiche.

Hier ein paar Bilder der letzten Jahre:

Vatertag an Christi Himmelfahrt

Der Vatertag wird in Udler seit sehr vielen Jahren auf eine besondere Art gefeiert. Am Vormittag treffen sich die Väter aus Udler zu einer gemeinsamen Wanderung. Nach einigen Zwischenstopps und Stärkungen wird sich dann an der Schutzhütte im Heidetal versammelt. Hier treffen nachmittags auch die Frauen und Kinder ein und so wird dann der Nachmittag ein richtiger „Familientag“. Die Organisation dieses Tages wird abwechselnd von drei Vätern übernommen.

Die Hillich an der standesamtlichen Trauung

Der uralte Brauch der "Hillich" (von mhd. hi-leich, urspr. der dem Brautpaar dargebrachte Gesang) hat sich bis in die heutige Zeit erhalten. Am Abend der standesamtlichen Trauung kommen die Junggesellen des Dorfes zum Elternhaus des Mädchens. Dort wird solange mit einer Sense auf einem alten Karrenrad "geschliffen", bis das Brautpaar aus dem Haus kommt. Anschließend werden Hillichlieder gesungen.Zum Beispiel:

Kein Feuer keine Kohle kann brennen so heiß,
als heimliche Liebe von der niemand was weiß.
Keine Rose keine Nelke kann blühen so schön,
als wenn zwei Verliebte beieinander tun stehn.

Nach dem Gesang überbringen die Junggesellen dem Brautpaar Glückwünsche und anschließend wird gemeinsam gefeiert.

Dorffest der FFW Udler

Die Freiwillige Feuerwehr Udler veranstaltet jedes Jahr im Sommer (am 3. Wochenende im Juli) ein mehrtägiges Dorffest. Hier werden Grillspezialitäten sowie Kaffee und Kuchen angeboten. Am Samstagabend ist Tanz im Freien und Sonntags gibt es ein Siwwe-Schräm Turnier.

Backfest

Die Ortsgemeinde verfügt noch über zwei funktionsfähige Backhäuser. Im Abstand von einigen Jahren wird hier Brot und Hefekuchen nach alter Tradition gebacken.

Da beim Backfest sehr viele Helfer notwendig sind (2003 waren es 100 Personen), kann dieses Fest nicht jedes Jahr durchgeführt werden, es ist aber immer wieder ein aufregendes Ereignis.

2017 fand das letzte Backfest statt. Es war rundum ein voller Erfolg und hat die Dorfgemeinschaft, von denen wieder viele tatkräftig mitarbeiteten, sehr gestärkt. Besonderes Highlight war die Pizza aus dem Steinofen.

Martinszug und Martinsfeuer

Der Ursprung des Martinsfeuer ist kaum zu klären. Auf seine Funktion als Reinigung von Unreinem und Bösem wurde bereits hingewiesen. Das Feuer betrachtete man aber auch als Schutz vor Frost, Blitz und Hagelschlag. Mancherorts glaubte man, dass – soweit Asche fliege – die Felder fruchtbar würden. Ob man auch bei uns solche Vorstellungen pflegte, ist nicht bezeugt. Das Martinsfeuer ist wohl auf die Sage des heiligen Martin von Tours zurückzuführen der die Hälfte seines Mantels an einen Bettler abgibt. Anfang Oktober treffen sich die noch schulpflichtigen Jungen des Dorfes und sammeln im nahe liegenden Wald Holz für das Feuer. Das Feuer besteht aus einem Mittelpfosten um den das restliche Holz gestellt wird, so dass sich in der Mitte ein Hohlraum bildet. Dieser wird als Hütte benutzt, in der sich die Jungen aufhalten um abends Wache zu halten damit niemand aus den Nachbargemeinden das Feuer anzündet. Am Martinsabend versammeln sich dann alle Kinder mit ihren Laternen und Fackeln und ziehen durchs Dorf. Angeführt wird der Zug vom heiligen Martin zu Ross. Der Musikverein Eckfeld begleitet die Kinder und unterstützt sie musikalisch bei ihren Gesängen. Am Martinsfeuer angekommen spielt der Musikverein den Martinsruf und der Bürgermeister verteilt Brezel und Tüten mit Süßigkeiten an die Kinder.